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 Tetjus Tügel,  vorm. Hamburg
 
Nun ist er mit seinem Atelier und dem gesamten Projekt in ein solides Hofgebäude nach 27432 Barchel gezogen. Früher hat es seine langjährige Mitarbeit im "Elternhaus(R) Hamburg/Berlin" unter der Leitung von CL, zusammen mit Daniel Josefsohn, gegeben, und dann zwei Jahre lang den Radarstützpunkt Hindenburghöhe "Inspectors Of The Skies" in Basdahl, wo er seinen Gemäldezyklus über das KZ-Auffanglager Stalag XB "Das Echo der Hölle" erschaffen konnte. Der Kalte Krieg zwischen den Großmächten wurde hier zweieinhalb Jahre vor seinem Einzug beendet. Die in Basdahl stationierten US-amerikanischen Soldaten der Luftraumüberwachung sind danach heimgekehrt.

An dem entsetzlichen 11. September hatte er auf der Hindenburghöhe vorm laufenden Fernseher "vom parteireligiösen Hass restlos die Nase voll". Deshalb benannte er das von "CL Elternhaus(R)" mit Daniel Josefsohn und Mark Buxton von "Commes des garcons" gemeinsam entwickelte Parfumobjekt spontan "MoslBuddhJewChristHinDao". Die Weltreligionen sollten in einem Duft vereint werden - "damit wir uns endlich riechen können".

An der Seite von AKL hat er danach noch das Kavaliershaus auf Gut Poggemühlen bewohnt und dort in dem "von einer bäuerlichen und aristokratischen Jägerschaft dominierten Gelände" geruhsam im Verborgenen gearbeitet. Trotz der feuchten Düsternis "im protestantisch beäugten Gemäuer" waren die Tage höchst wirksam. Die Zeit verstrich "in erkenntnisreicher Schlichtheit, und somit im Geiste unserer Urgroßmutter Elisabeth, Comtesse de Cossé Brissac". Neben Gemälden auf Papier ist dort seine mystische Abschiedspredigt von Oese, dem Dorf seiner Kindheit, entstanden, als Tonaufnahme mit Ofenrohr als Schalltrichter: "Heinrichs extremer Abschied von Schraube".

Schließlich wurde er, in Zusammenarbeit mit AKL, über 10 Jahre mit dem "Tügelbahnhof Hesedorf" aktiv. Neben Gemäldeausstellungen, Chanson- und Jazz-Abenden, Lesungen, sogar Vereinstreffen und "tausend Gesprächen über künstlerische Lebens- und Erlebensformen", gab es zuletzt auch eine Malklasse. Der Bahnhof mit seiner vielschichtigen Signalsetzung war von Anfang an als "feuilletonistische Versuchsanordnung" gedacht, sicherlich auch, um uns "Normgebeutelten" ein "sinnhaft gepfeffertes Kunsttum" schmackhaft zu machen. Seinen Gemäldezyklus zum Thema "Wagner und Nibelungen" hat er darin fast abgeschlossen. In der "Magie des Umfeldes mit dem Takt des Bahnverkehrs" sind unzählige Gemälde und Zeichnungen entstanden, dazu Videofilme und 34 Soundkompositionen. Gerade läuft der Pachtvertrag aus. Seit vielen Wochen, aus denen wohl noch weitere Monate werden, entwickelt sich das Gelände um den Bahnhof immer mehr zu einer Großbaustelle. Er findet Zuflucht in Barchel. Nicht weit von einer überdachten Haltebucht des "Moorexpress" bekommt die Kunst dort neue Räume.

Es gibt weiterhin viel zu tun, vielleicht auch einiges zu unterlassen, im Nebelland zwischen Worpswede und Hamburg ... Hochspannung?                   Peer Gu /ta
 
 
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      Tetjus Tügel
KUNST ALS FRAGE
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  ... "umso stärker wächst das Bedürfnis, Wohnstuben und makellos gezwungene Lebensräume mit Werken zu dramatisieren und darin eine erhellende Unruhe anzuschieben."


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 Johanna, Bremen-Blumenthal
 
 
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  Otto Tetjus Tügel, 1892 bis 1973, Maler u. Schriftsteller
TUEGELHAUS BARCHEL mit dem Geist des Vaters Otto Tetjus Tügel als Nährboden und Dach: "Ein Gedicht ist das künstlerische Telegramm des ewigen Daseins."

Nachts
Nachts trittst du atmend vor das Haus, im weiten Sternenschimmer, Dir ist als zögest du dich aus von deinem engen Zimmer. Dir ist, als spültest du im Schaum der kühlen Nebelwiesen dich rein und tränkest Weltenraum.

Die Bücher sind wie Blumen zu. Die Dunkelheit ist Friede. Und alles ist auf Du und Du trotz seiner Unterschiede. Und alles ist in  e i n e m  Hauch im gleichen Ungewissen, der Himmel und die Erde auch.
 
 
     
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